"Wer Stadt sein will, braucht die Kultur"
Freitag, den 21. August 2009 um 16:24 Uhr
Norbert Post bekennt sich zur Kulturstadt Mönchengladbach
„Wer Stadt sein will, braucht die Kultur- offene und organisierte, freie und etablierte. Sonst gerät eine Stadt sozial und soziologisch in Schieflage.“ Mit klaren Worten hat Norbert Post in einer Podiumsdiskussion des Stadtkulturbunds mit fünf Oberbürgermeisterkandidaten die Bedeutung der Kulturszene in und für Mönchengladbach unterstrichen. In einem angeregten Austausch mit dem Publikum bezog der CDU-Politiker Stellung zu unterschiedlichen Themen und Fragen.
Theater: Gesicherte Zukunft
Auf die Stadt kommen im Kultur-Bereich in den nächsten Jahren schwerwiegende Entscheidungen zu. „Wir müssen die kulturellen Angebote halten und nicht im Zuge der Haushaltsdiskussion in Frage stellen“, sagte Norbert Post. Sowohl für das marode Gebäude der Stadtbibliothek als auch für das Kulturzentrum BIS, in dessen Räumen die Diskussion stattfand, müssten Lösungen gefunden werden. Zudem stehen Norbert Post und die CDU „uneingeschränkt“ zum Fortbestand des Vier-Sparten-Theaters. Der Hoffnung, die umliegenden Gemeinden als Nutznießer der Mönchengladbacher Kultur in deren Finanzierung mit einbinden zu können, musste der Landtagsabgeordnete jedoch eine Absage erteilen. „Es wäre schön, wenn dies rechtlich möglich wäre. Dann könnten wir uns viel mehr leisten.“
Sponsoring für freie Szene
Die etwa 60 Zuhörer im gut gefüllten Saal beschäftigte auch die Frage nach der Unterstützung der offenen, nicht standardisierten Kultur in der Stadt – zum Beispiel durch Sponsoring. „Es gibt eine Reihe von Veranstaltungen, die eine Förderung verdienen, Pflänzchen, die zu fördern sich lohnt. So wie einst die Ensemblia“, so Norbert Post, dem der Mangel an noch sprudelnden Sponsoring-Quellen jedoch bewusst sei. „Wir müssen mit den Sponsoren sprechen. Und wir müssen uns einig werden, ob wir die öffentlich geführte Kultur verstärken wollen, oder ob wir öffentlich private Kultur verstärken wollen. Wir wollen fördern und nicht von oben steuern.
Hilfe bei der Suche nach Räumen
Die Hoffnung auf einen nennenswerten Fördertopf für die freie Kulturszene musste der CDU-Kandidat angesichts eines Nothaushaltes dämpfen: „Ich halte nichts von Versprechungen, die ich nicht einhalten kann.“ Über neue Mittel könne nur nach erfolgreichen Haushaltsberatungen entschieden werden. „Aber wir können die Kultur fördern, indem wir Kulturschaffende beraten und zum Beispiel mit Räumlichkeiten unterstützen.“ Mehr als 80 Veranstaltungsräume weist das neue Bühnenkataster für Mönchengladbach aus. „Es muss einen Ansprechpartner geben, der die Raumvergabe zentral organisiert.“
Norbert Post machte deutlich: „Die Kultur wird schnell als Sparschwein erkannt, weil sie eine scheinbar freiwillige Ausgabe ist. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass jede Art von Kultur notwendig ist, weil die Menschen in unserer Stadt ohne sie eine wichtige Art der Kommunikation verlieren würden.“


