Jugendhilfeplanung überfällig

post_norbert_125x188Post will zwischen Bistum und Verwaltung vermitteln

Die katholischen Träger von offener Jugendarbeit in Mönchengladbach haben im Gespräch mit CDU-Oberbürgermeisterkandidat Norbert Post Alarm geschlagen: Die finanziellen Probleme seien so gravierend, dass der Fortbestand mancher Jugendtreffs in akuter Gefahr sei. Post forderte daraufhin einen „runden Tisch“ und eine Jugendplanung, um Gelder gezielt einsetzen zu können. „Ich sehe ein, dass höhere Zuschüsse notwenig sind. Es hilft aber nicht, sie nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen“, so der Landtagsabgeordnete im Gespräch mit Vertretern des Bistums.

Treffpunkt und Beratungsstelle

Mit Hilfe eines Films zeigten die Träger ihren Gästen – neben Norbert Post weitere Vertreter aus Politik und Jugendarbeit in Mönchengladbach – wie wichtig die offenen Treffs für Kinder und Jugendliche und damit die soziale Struktur in Mönchengladbach sind: Sie sind Treffpunkt und Beratungsstelle, geben Anregungen bei der Freizeitgestaltung, bieten Vorbilder, helfen bei persönlichen Problemen oder in der Berufsvorbereitung. Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und Ferienspiele gehören ebenso zum Angebot wie kulturelle und Bildungsangebote sowie Friedens- und Versöhnungsarbeit.

Angebot notwendiger denn je

Zehn Jugendtreffs bieten die Träger der Arbeitsgemeinschaft der offenen Türen in Mönchengladbach an. In etwa 14.000 Angebotsstunden betreuen hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte dort etwa 8.000 Jugendliche regelmäßig. Dieses Angebot, das in Zeiten, in denen immer mehr Kinder weniger Unterstützung von zu Hause bekommen, ist auch für Norbert Post „notwendiger denn je“. „Ein Ziel muss sein, bei den Jugendlichen ein Bewusstsein zu wecken und sie für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen.“

Stadt trägt 38 Prozent der Kosten

Die Finanzierung jedoch ist angesichts eines Nothaushalts schwer zu stemmen. Die Stadt trägt mit etwa 357.000 Euro pro Jahr 38 Prozent der Kosten der zehn Einrichtungen der offenen Jugendarbeit. Neben Zuschüssen vom Land finanzieren die Träger 52 Prozent selbst. „Wenn sich daran nichts ändert, werden manche Träger gezwungen sein, sich aus der offenen Jugendarbeit zu verabschieden. Und dann bekommt die Stadt Probleme“, so die Bistumsvertreter Beatrix Vonderbank-Linzen und Werner Reinhart. „Wir sehen, dass es für die Stadt schwierig ist, die Finanzierung zu schultern, aber mit der jetzigen Verteilung kommen wir nicht mehr aus“, so die katholischen Träger, die zudem die stockenden Vertragsverhandlungen mit der Verwaltung kritisieren. Streitpunkt: der Einsatz der Mittel für nicht öffentliches, sondern rein kirchliches Interesse.

Mittel punktgenau einsetzen

Auch hier sieht Norbert Post eine Aufgabe für die Politik, die zwar nicht mitverhandeln darf, aber: „Wir können koordinieren und vermitteln. Der Eigenanteil der Stadt muss erhöht werden. Aber die Mittel sind punktgenau einzusetzen, damit die Stadt auch weiß, was damit geschieht“, so Norbert Post, der einen „runden Tisch“ aller Beteiligten fordert: „Es muss dringend aufgearbeitet werden, wo und in welcher Größenordnung Geld fehlt. Eine Jugendhilfeplanung ist überfällig.“

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Ihr Norbert Post


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