"Familien brauchen bessere Voraussetzungen"

Das Leben vieler Familien hat sich in den vergangenen Jahrzehnten inpost29_wesselmann Deutschland verändert. Der Grund: Immer mehr Frauen wollen sich nicht mehr zwischen Beruf und Familie entscheiden, sondern beides miteinander vereinbaren. "Die CDU hat darauf reagiert, hat zum Beispiel die Betreuung für Kleinkinder ausgebaut und mehr Ganztagsschulen eingerichtet. Trotzdem gibt es noch viel zu tun", erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Norbert Post. Als stellvertretender Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Nordrhein-Westfalen setzt er sich innerhalb der CDU für die Arbeitnehmerinteressen ein und fordert, noch bessere Voraussetzungen für junge Familien zu schaffen. "Wir müssen die Familien entlasten und zugleich darauf dringen, dass es endlich eine Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern gibt. Frauen werden immer noch erheblich benachteiligt, was sich im Alter auch auf die Rente auswirkt."

cda-logoIm Mai kam die CDA zu ihrer 34. Bundestagung in Berlin zusammen. Unter dem Titel "Arbeit in Würde - Alter in Würde" diskutierten die Vertreter neun Tätigkeitsschwerpunkte; einer davon war die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Unser Ziel ist es, die Kinderbetreuungsplätze konsequent flächendeckend auszubauen. Für die unteren Einkommensgruppen muss die Betreuung kostenfrei sein", sagt Post. Zudem fordern die CDU-Sozialausschüsse mehr professionelle Hilfe für Familien, die mit der Kindererziehung überfordert sind. Post: "Wir müssen frühzeitig und präventiv in die Familie gehen. Zum Beispiel durch mehr Familienzentren und aufsuchende Sozialarbeit. Nur so können wir die galoppierende Verwahrlosung stoppen und die Hilfen zur Erziehung, die allein in Mönchengladbach jährlich 45 Millionen Euro kosten, unnötig machen."

Bei aller Förderung der Berufstätigkeit stehe immer das Wohl der Kinder an erster Stelle. "Das Angebot der Ganztagsschulen am Nachmittag muss deshalb gestärkt werden. Zugleich muss es den Kindern möglich sein, nach der Schule ihre sozialen Kontakte zu pflegen. Die sind genau so wichtig, wie Sportverein- und Jugendgruppen", erklärt Post, selbst ehemaliger Leiter der Gesamtschule Hardt. Frauen sind von Altersarmut besonders häufig betroffen. Um dem entgegenzuwirken, fordert die CDA nicht nur eine bessere Anerkennung von Kindererziehungszeiten in der Rentenversicherung, sondern auch gerechtere Löhne. "Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt immer noch mehr als 23 Prozent weniger als Männer. Das ist ein Skandal, den wir nicht hinnehmen wollen." Dies lässt sich besonders bei ehemaligen Textilarbeiterinnen oder Witwen von Textilarbeitern feststellen.

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